Vom Zuckerbäcker aus Düsseldorf in die neue Heimat Kärnten

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Es gibt Persönlichkeiten, die ein Handwerk nicht nur beherrschen, sondern ihm über Jahrzehnte ein unverwechselbares Gesicht geben. Georg Maushagen gehört zweifellos dazu. Der Konditormeister, Zucker- und Schokoladenkünstler und langjährige Ehrenpräsident des ChefHeads – Club der Küchenchefs hat Generationen von Köchen, Patissiers und Konditoren mit seinem Können beeindruckt. Heute lebt er gemeinsam mit seiner Ehefrau Brigitte in Hermagor in Kärnten – und ist seinem Handwerk noch immer eng verbunden.
Für ChefHeads ist das eine besondere Verbindung zu Österreich: Einer unserer langjährigsten Wegbegleiter hat im Gailtal seine neue Heimat gefunden.
Von der Küche zur großen Leidenschaft Pâtisserie
Georg Maushagens beruflicher Weg begann zunächst in der klassischen Küche. Nach seiner Ausbildung zum Koch führten ihn berufliche Stationen unter anderem nach Berlin, Madrid, Hamburg, Düsseldorf sowie in die USA. Doch schon früh entwickelte sich seine besondere Leidenschaft für Pâtisserie und Konditorei. 1975 legte er in Wolfenbüttel seine Meisterprüfung als Konditor ab.
Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte machte er sich 1980 in Düsseldorf mit dem Café und der Zuckerbäckerei Maushagen selbstständig. Bis 2017 führten die beiden ihren Betrieb. Danach wurde Kärnten zum neuen Lebensmittelpunkt. Seit 2017 leben und arbeiten Brigitte und Georg Maushagen in Hermagor.
Wenn aus Zucker Kunst wird

Wer Georg Maushagen bei der Arbeit erlebt hat, versteht schnell, weshalb die Bezeichnung „Zuckerbäcker“ bei ihm weit mehr als eine Berufsbezeichnung ist. Zuckerblasen, Zuckerziehen und Zuckergießen, filigrane Schaustücke, Marzipan- und Fondantarbeiten, Schokoladenkunst und Pralinen gehören zu einem handwerklichen Repertoire, das heute nur noch wenige in dieser Breite beherrschen.
Für Maushagen war die Pâtisserie dabei immer mehr als die Herstellung eines Desserts. Sie verbindet Handwerk mit Kunst, Gestaltung und Design. Besonders eindrucksvoll waren seine historischen Zuckerarbeiten. Über mehr als zwei Jahrzehnte beschäftigte er sich unter anderem mit Nachstellungen des berühmten „Zuckerbanketts“ aus dem Jahr 1585. Seine Interpretation erreichte Dimensionen von rund 25 Quadratmetern und ein Gewicht von etwa 750 Kilogramm und wurde in verschiedenen Museen gezeigt.
Damit wurde aus einem vergänglichen Lebensmittel ein Kulturgut – und aus traditionellem Konditorenhandwerk ein Stück erlebbare Geschichte.
Wissen weitergeben statt Wissen bewahren
Gerade diese traditionellen Techniken möchte Georg Maushagen nicht verschwinden lassen. Sein Anliegen ist es seit vielen Jahren, handwerkliches Wissen an Konditorinnen und Konditoren, Patissiers, Köchinnen und Köche sowie an den beruflichen Nachwuchs weiterzugeben. In Kärnten fand er dafür eine neue Wirkungsstätte. Er entwickelte Seminare und Kurse rund um Zucker-, Schokoladen- und Konditorenarbeiten und engagierte sich in der Aus- und Weiterbildung.
Auch beim WIFI Kärnten ist der Meister seines Fachs weiterhin als Trainer gefragt. Dort vermittelt er die Grundlagen klassischer Zuckerarbeiten – vom Zuckerblasen über das Ziehen von Blättern bis zum Kolorieren der entstandenen Schaustücke. Und Georg Maushagen gibt sein Wissen auch heute noch weiter: Für Januar 2027 ist beim WIFI Kärnten erneut ein Zuckerkurs mit ihm als Trainer vorgesehen.
Das zeigt: Ruhestand bedeutet für den Zuckerbäcker keineswegs Stillstand. Sein Wissen soll weiterleben.

Kärnten als neue Heimat und Inspirationsquelle
Die Entscheidung für Hermagor war dabei weit mehr als ein privater Umzug. Georg Maushagen wollte sich auch in seiner neuen Heimat einbringen und dem traditionellen Handwerk neue Aufmerksamkeit verschaffen. In Kärnten begann er, regionale Produkte und kulinarische Traditionen mit seinem Wissen als Konditormeister zu verbinden. So entstanden unter anderem Kreationen mit bewusstem Bezug zur Region.
Für ihn ist Handwerk nichts Starres. Tradition muss bewahrt werden – darf und soll aber gleichzeitig weiterentwickelt werden. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist diese Haltung aktueller denn je: Junge Menschen für ein Handwerk zu begeistern funktioniert vor allem dann, wenn erfahrene Meister bereit sind, ihr Wissen weiterzugeben.
Seit den Anfängen mit ChefHeads verbunden
Auch mit dem ChefHeads – Club der Küchenchefs verbindet Georg Maushagen eine lange gemeinsame Geschichte. Bereits in der ersten Ausgabe des gedruckten ChefHeads-Magazins im Februar 2010 wurde seine Ernennung zum Ehrenpräsidenten der ChefHeads bekanntgegeben. Damit gehört er zu den Persönlichkeiten, die unser Netzwerk seit seiner frühen Entwicklungsphase begleitet haben.

Dabei brachte Maushagen insbesondere eine Perspektive ein, die ChefHeads bis heute wichtig ist: Gastronomie endet nicht am Küchenpass. Konditorei, Pâtisserie und süßes Handwerk sind eigenständige und unverzichtbare Bestandteile unserer kulinarischen Kultur. Georg Maushagen gab diesem Handwerk innerhalb unseres Netzwerks eine Stimme. Gemeinsam mit unserem Ehrenpräsidenten Dieter Müller gehört er damit zu den langjährigsten prominenten Wegbegleitern der ChefHeads.
Mit Herz für die Stiftung KinderHerz
Besonders verbunden sind ChefHeads und Georg Maushagen auch durch ein gemeinsames soziales Anliegen: das Engagement für die Stiftung KinderHerz. Über viele Jahre unterstützte Georg Maushagen Charity-Veranstaltungen zugunsten herzkranker Kinder und stellte dabei sein außergewöhnliches Können in den Dienst der guten Sache.

Bereits beim großen ChefHeads-Charity-Event „SternSchnuppern“ 2011 im Hotel-Restaurant Zur Post in Odenthal gehörte Maushagen zum Team. Gemeinsam mit namhaften Kollegen wie Dieter Müller, Kevin Fehling, Thomas Walkensteiner und Herbert Brockel unterstützte er den Abend zugunsten der Stiftung KinderHerz. Auch beim großen „SternSchnuppern“ im Berliner Grandhotel Esplanade war der Zuckerkünstler dabei. Dort sorgten zahlreiche Spitzenköche gemeinsam mit ChefHeads für einen außergewöhnlichen kulinarischen Abend. Maushagens Zuckerarbeiten – darunter eigens gefertigte Zuckerherzen – wurden zu einem sichtbaren Symbol für den guten Zweck.

Weitere gemeinsame KinderHerz-Aktionen folgten, unter anderem auf Helgoland sowie bei einem Gourmet-Walk von WestLotto. So wurde aus der beruflichen Verbindung über die Jahre auch eine gemeinsame Haltung: Kulinarisches Können kann Menschen nicht nur Genuss schenken, sondern auch helfen.
Ein ChefHead in Österreich
Dass Georg und Brigitte Maushagen heute in Hermagor in Kärnten zu Hause sind, bekommt für ChefHeads nun noch einmal eine besondere Bedeutung. Denn nach einer längeren Ruhephase bauen wir ChefHeads Österreich neu auf und möchten Österreich wieder stärker in unser Netzwerk der Kulinarik innerhalb der DACH-Region integrieren. Mit unserer eigenen österreichischen Plattform chefheads.at möchten wir Köchinnen und Köche, Patissiers, Sommeliers, Gastronomen, Hoteliers, Produzenten und Partner miteinander verbinden.

Und so schließt sich ein schöner Kreis: Einer der Menschen, die ChefHeads seit den frühen Jahren begleitet und geprägt haben, ist heute selbst in Österreich zu Hause.
Georg Maushagen ist Zuckerbäcker, Konditormeister, Lehrer seines Handwerks, Unterstützer der Stiftung KinderHerz – und seit vielen Jahren Ehrenpräsident der ChefHeads.
Vor allem aber ist er jemand, der eine Überzeugung verkörpert, die auch für unser Netzwerk entscheidend ist: Wissen bekommt seinen größten Wert, wenn man bereit ist, es mit anderen zu teilen.


